Kündigungs- und Rücktrittsmöglichkeiten

Kündigung - Kfz-Haftpflichtversicherung
 

Jährlich zum Ablauf

Sie können Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung jährlich zu folgenden Terminen kündigen:

  • Versicherungsbeginn ist ein Monatserster, 0:00 Uhr => Kündigung zum Jahrestag dieses Monatsersten
  • Versicherungsbeginn ist ein anderer Zeitpunkt => Kündigung zum Jahrestag des nächstfolgenden Monatsersten, 0:00 Uhr (z. B. Versicherungsbeginn 20.8. -jährlich zum 1.9. kündbar).
    ACHTUNG: Davon abweichend stornieren manche Versicherungen trotzdem mit Hauptfälligkeit

Die Kündigungsfrist beträgt 1 Monat, das heißt, dass die Kündigung spätestens einen Monat vorher beim Versicherer einlangen muss.

Gesetzliche Grundlage: § 14a KHVG

Bei Prämienerhöhung

Wenn der Versicherer die Kfz-Haftpflichtprämie durch eine Indexanpassung erhöht, können Sie Ihre bestehende Kfz-Haftpflichtversicherung kündigen. Die Kündigung muss binnen eines Monats ab der Mitteilung über die Prämienerhöhung erfolgen.

Ihre Kündigung wird erst einen Monat nachdem sie beim Versicherer angekommen ist wirksam, aber frühestens zum Zeitpunkt der geplanten Prämienerhöhung.

Die meisten Versicherungen senden innerhalb von 14 Tagen eine Bestätigung des Eingangs der Kündigung und des vorgemerkten Kündigungstermins zu.

Gesetzliche Grundlage: § 14a KHVG

Bei Kfz-Abmeldung

Informieren Sie unverzüglich Ihren Versicherer, wenn Sie Ihr Fahrzeug abgemeldet haben.

Wenn Sie das Fahrzeug verkaufen, so geht die Kfz-Versicherung auf den Käufer über. Dieser kann den Versicherungsvertrag dann innerhalb eines Monats ab Eigentumsübergang kündigen und zwar entweder mit sofortiger Wirkung oder zum Ende der aktuellen Versicherungsperiode.

Geben Sie bei Ihrer Information an die Versicherung auch Ihre Bankverbindung für die Rückzahlung eines eventuellen Guthabens aus der Kfz-Prämie an. Die Abrechnung mit dem Abmeldedatum als Stichtag.

Gesetzliche Grundlage: § 70 VersVG


Kündigung – diverse Versicherungsverträge
 

Zum vereinbarten Vertragsablauf

Sie können ihren Versicherungsvertrag unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfrist (meist 1 oder 3 Monate) zum Ablauf kündigen.

Achtung: Die Kündigung muss vor Beginn dieser Kündigungsfrist beim Versicherer einlangen.

Gesetzliche Grundlage: § 8.1 VersVG

Bei automatischer Vertragsverlängerung

Verlängert sich ein Vertrag automatisch, wenn Sie nicht innerhalb einer bestimmten Frist kündigen, so muss der Versicherer rechtzeitig vorher darauf aufmerksam machen, dass eine Kündigungsmöglichkeit besteht. Erfolgt kein Hinweis, so können Sie den Vertrag auch ohne Einhaltung der Kündigungsfrist kündigen. Diese Kündigungsmöglichkeit gilt für Konsumenten.

Sie können den betroffenen Vertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist und auch nach erfolgter Verlängerung mit dem Hinweis auf § 6.1.2. KSchG kündigen.

Der Versicherer storniert den Vertrag dann mit Eingangsdatum der „§ 6.1.2. KSchG-Kündigung“.

Achtung: Sorgen Sie rechtzeitig für neuen Versicherungschutz, damit keine zeitliche Lücke in Ihrer Absicherung entsteht.

Gesetzliche Grundlage: § 6.1 KSchG

Nach frühestens drei Jahren Vertragslaufzeit bei Verbraucherverträgen

Verträge mit einer vereinbarten Laufzeit von mehr als drei Jahren können zum Ende des dritten Jahres oder jedes darauffolgenden Jahres unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von einem Monat gekündigt werden.

Falls für die ursprünglich vereinbarte Laufzeit ein Dauerrabatt gewährt wurde, so ist dieser zurückzuzahlen.

Gesetzliche Grundlage: § 8.3 VersVG

Wegen Risikowegfall

Wegfall des versicherten Risikos bedeutet, dass ein Versicherungsfall gar nicht mehr eintreten kann.
Beispiele: das versicherte Kfz wurde verschrottet, das versicherte Haus wurde weggerissen

Informieren Sie den Versicherer unverzüglich über den Wegfall des versicherten Interesses. Dem Versicherer gebührt die Prämie bis zu dem Tag, an dem er vom Interessewegfall erfährt.

Falls für die ursprünglich vereinbarte Laufzeit ein Dauerrabatt gewährt wurde, so ist dieser zurückzuzahlen.

Es handelt sich um keinen Wegfall des versicherten Interesses, wenn ein versichertes Gebäude veräußert wird. In diesem Fall geht die Gebäudeversicherung auf den Käufer über. Dieser kann den Vertrag entweder weiterlaufen lassen oder kündigen.

Gesetzliche Grundlage: § 68 VersVG

Bei Besitzwechsel

Der Erwerber einer versicherten Sache übernimmt auch den bestehenden Versicherungsvertrag.

Der Erwerber kann innerhalb eines Monats nach dem Erwerb der Sache den Versicherungsvertrag kündigen.
Diese Kündigungsmöglichkeit gilt auch für Versicherungsverträge, deren Existenz erst nach Eintragung im Grundbuch bekannt geworden ist. Hier besteht die Kündigungsmöglichkeit innerhalb eines Monats ab Kenntnis des Versicherungsvertrages.

  • Erwerb von beweglichen Sachen => Monatsfrist, innerhalb derer eine Kündigung möglich ist, beginnt mit dem Wirksamkeitsdatum des Kauf-, Schenkungs-, Übergabevertrages, etc, zu laufen
  • Erwerb von Gebäuden => Monatsfrist, innerhalb derer eine Kündigung möglich ist, beginnt mit Eintragung des Neubesitzers im Grundbuch zu laufen.
    Da es in derartigen Fällen sein kann, dass der Grundbuchsbescheid erst einige Tage nach Eintragung ins Grundbuch zugestellt wird, ist es auch möglich die Kündigung innerhalb eines Monats ab Zustellung des Bescheides auszusprechen. In diesem Fall ist es notwendig, mit der Kündigung auch eine Kopie des Briefumschlages (wegen Zustelldatum) mitzusenden, um den entsprechenden Nachweis führen zu können.

Gesetzliche Grundlage: § 70 VersVG

Bei Übersiedlung

Wenn Sie übersiedeln, so „übersiedelt“ auch Ihre Haushaltsversicherung mit. Der Vertrag muss nur noch an die neue Wohnung angepasst werden (m², Art der Ausstattung).

Sie können aber laut den meisten Versicherungsbedingungen vor Beginn des Umzuges die bestehende Haushaltsversicherung kündigen. Die Kündigung wird am Tag vor dem Beginn des Umzugs wirksam. Meist wird eine Kopie des Meldezettels als Nachweis für die Übersiedlung verlangt.

Achtung: Schadensfälle, die während der Übersiedlung eintreten, sind dann nicht mehr versichert.

Gesetzliche Grundlage: Haushaltsversicherungsbedingungen (ABH)

Nach einem Schadensfall

Der Versicherungsvertrag kann ohne Angabe von Gründen innerhalb eines Monats nach Abschluss des Schadensfalls gekündigt werden.

Gesetzliche Grundlage: §§ 96, 113 und 158 VerVG


Rücktrittsmöglichkeiten
 

Ab Antragsstellung bis spätestens 14 Tage ab Zugang der Polizze

Der Verbraucher kann binnen 14 Tagen nach Erhalt der Versicherungspolizze ohne Angabe von Gründen in geschriebener Form vom Versicherungsvertrag zurücktreten. Die Rücktrittserklärung muss vor Ablauf der 14-Tages-Frist abgesendet werden.

Gesetzliche Grundlage:

  • § 5c VersVG
    Ausnahmen: Kurzfristige Versicherungen mit einer Laufzeit von weniger als sechs Monaten
  • § 8 FernFinG
    Ausnahmen: Kurzfristige Versicherungen mit einer Laufzeit von weniger als einem Monat

Innerhalb eines Monats ab Erhalt der Polizze, wenn diese vom Antrag abweicht

Der Versicherungsnehmer kann innerhalb eines Monats ab Erhalt der Polizze vom Vertrag zurücktreten, wenn die Polizze vom Antrag abweicht. Der Rücktritt muss beim Versicherer innerhalb dieser Monatsfrist einlangen.

Die Abweichung muss in der Polizze deutlich gekennzeichnet sein, ansonsten gilt der Inhalt des Antrages als vereinbart.

Gesetzliche Grundlage: § 5 VersVG)